Blütenbälle der Superlative

Chrysanthemen gehören zum Herbst wie Tulpen zum Frühling. Ob kugelrunde, grosse «Garden Mums» mit hunderten kleiner, Kopf an Kopf liegender Blüten oder die prächtigen Farbkleckse der grossblumigen Sorten.


Der Herbst ist ein Feuerwerk der Farben. Kunterbunt fällt das Laub von den Bäumen und wird vom Wind zu lustigen Tänzen verleitet. Doch ist das bunte Treiben vorbei, stehen lange und dunkle Tage an.

Zum Glück ist davor noch die Zeit der Chrysanthemen. Diese einmalige Farbwunder verleihen dem Herbst die so geliebten, leuchtenden Farben. Und die Blütenformen sind ausserordentlich vielfältig. So gibt es alle erdenklichen Variationen von kleinen Ponpons bis hin zu respektablen Blütenbällen oder auch anemonen- und spinnengliedrigen Blütentellern. Kleine Chrysanthemen werden übrigens gern mit Gräsern, Purpurglöckchen oder Stiefmütterchen kombiniert, während grosse Pflanzen häufig als Solitärs zum Einsatz kommen.


Uralt und doch topaktuell

Chrysanthemen wurden bereits vor 1000 Jahren in China kultiviert. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts etablierten sie sich zunehmend auch in Europa. Die Farben- und Formenvielfalt ist inzwischen so gross, dass kaum mehr Wünsche offen bleiben. Chrysanthemen eignen sich als Solitärpflanzen ebenso gut wie für Mischgefässe aller Art. Aufgrund der leuchtenden Farben sind sie allerdings tonangebend und es gilt, sich beim Kombinieren mit anderen Pflanzen an ihnen zu orientieren.


Warum blühen Pflanzen erst im Herbst

Sehr lange war es ein Rätsel, wie die Pflanzen den Blütenzeitpunkt steuern. Erst 1920 fanden amerikanische Forscher heraus, dass bei vielen Pflanzen die Tageslänge darüber entscheidet, wann sie Knospen bilden und aufblühen. Bei im Herbst blühenden Pflanzen wird von Kurztagspflanzen gesprochen. Um zu blühen brauchen sie kurze Tage und mehr als 12 Stunden Dunkelheit. Die Gärtner nutzen dies zum Steuern des Blütezeitpunktes aus. Chrysanthemen zum Beispiel können belichtet werden. Sobald die Gärtnerei will, dass sich die Blüten entwickeln, wird die Belichtung gestoppt und sie werden für mindestens 14 Stunden verdunkelt. Danach geht es noch ca. 8 bis 10 Wochen bis die Chrysanthemen anfangen zu blühen.